Unser Urlaub in der Toskana 2017

 

Tuscania ist eine kleine Stadt in Italien mit ca  8500 Einwohnern . Wunderbar für den Urlaub mit Familie

Sie liegt rund 90 Kilometer nordwestlich von Rom entfernt.

Tuscania ist für seine romanischen Kirchen und etruskischen Gräber geschätzt.

2017 waren wir total unentschlossen ob wir im Sommer in den Urlaub fahren sollten oder ob wir lieber was am Haus machen wollten. Daher fingen unsere Planung ziemlich spät und ganz spontan an. Mit 5 Personen und unserem neuen Familienmitglied einem kleinen Hund sollte es nicht leicht werden. Also eines Abends hieß es ran an den PC und suchen. Wir hatten keine Idee wohin oder wie lange wir weg wollten. Wir haben drauf los gesucht. Wir haben alle angeschrieben, dessen Inserat uns ansprach. Die schnellste, die geantwortet hat, war Sonya. Sie und Marco vermieten verschiedene Ferienhäuser in Italien. Sie hat uns gleich Bilder geschickt und es war ein so herzlicher Kontakt, dass man das Gefühl hatte, man kennt sich schon ewig. Wir haben uns für ein sehr schönes Haus mit Pool entschieden und buchten zunächst einmal für 1 Woche.

Wir waren uns etwas unsicher, ob der Urlaub  den Kindern gefallen würde, da es etwas anderes als ein Hotel mit Rutschenpark ist. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch einen etwas anderen Familienurlaub mal machen und unsere ganze Aufmerksamkeit uns und den Kindern widmen. Wir haben uns erst einmal über die Fahrtroute von Deutschland nach Italien informiert. Auf der Internetseite vom ADAC kann man alles super eingeben und sich über viele Dinge informieren. Fährt man über die Schweiz oder doch lieber Österreich? Wie hoch sind die Mautgebühren und und und. Wir haben dann auch gleich eine Mitgliedschaft beantragt, für den Fall, dass unterwegs doch mal etwas sein sollte. Die Sommerferien waren schnell da und dazu grau und verregnet. Und je mehr Bilder uns aus Italien erreichten umso mehr wuchs die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer. Bis August kam es uns wie eine Ewigkeit vor. Daher haben wir Sonya noch einmal angeschrieben und gefragt, ob wir nicht doch vielleicht 1 Woche dranhängen könnten und dadurch etwas früher aus dem Regen rauskommen. Wir hatten Glück, ein etwas kleineres Haus auf Il Fiocchino war noch frei. Uns war das egal. Hauptsache ein Bett zum Schlafen, ein Badezimmer und die Möglichkeit zum Kochen. Jetzt ging es ganz schnell. Das Auto noch kurz in die Werkstatt zum Checkup gebracht, zum ADAC die Vignette für die Schweiz gekauft, Koffer gepackt und auf ging die Reise ins wunderschöne Italien.

Los geht der Urlaub mit Familie

Die Fahrt gins nachts los, damit die Kinder schlafen konnten. Als wir los fuhren, hat es wie aus Eimern geschüttet. Es wollte und wollte nicht aufhören zu regnen und das während der ganzen Fahrt durch Deutschland. Wir konnten teilweise nur mit 60 km/h über die Autobahn fahren. Ab der Schweiz wurde das Wetter zusehends besser. Wir haben viele Pausen eingelegt, schon alleine wegen der Kinder und dem Hund und sind ohne Stress und Zeitdruck gefahren. Was wir beim nächsten Mal anders machen würden, wäre, dass wir uns in Deutschland einen sogenannten Telepass beim ADAC kaufen würden, für die Mautstellen. Das spart Zeit ein. Die Durchfahrten für Kreditkarte oder Barzahlung sind doch mit etwas Wartezeit verbunden. Diese Telepässe kann man auch unterwegs an bestimmten Stellen noch kaufen. Aber das wussten wir vorher nicht. Man bezahlt mit dem Pass und es wird nachher vom Konto abgebucht bzw. die Kreditkarte damit belastet. Wir haben die wundervolle Landschaft besonders in Italien genossen. Die Weinberge, die Granatapfelbäume und auch den Anblick der Berge. Nach 22 Stunden sind wir in Piansano angekommen.

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Toscana

Piansano ist ein kleiner uriger Ort in der Toskana. Da nicht alle Straßen dort Straßenschilder haben, haben wir uns zunächst etwas verfahren. Wir kamen an einem Haus an, das wie das auf den Fotos aussah und als wir ausstiegen, stand tatsächlich auch Sonya da und begrüßte uns herzlich. Allerdings waren wir an einem der anderen Mietobjekte angekommen. Sonya hat uns dann noch einmal den Weg erklärt und wir mussten eigentlich nur eine Straße eher einbiegen um an unserem Ziel zu kommen. Dort angekommen haben wir gerade Marco verpasst. Er hatte uns aber den Schlüssel und eine Nachricht hinterlassen, dass er am Abend wiederkommen werde und uns begrüßen würde. Wir waren gleich begeistert und verliebt in das kleine Häuschen mit dem großen Garten und Pool. Wir packten alles aus und richteten uns ein. Die Kinder holten die Badesachen natürlich als erstes raus um in den Pool zu springen, denn wir kamen bei strahlendem Sonnenschein und 35 ° in Italien an. Ausgestattet mit Schwimmringen, Taucherbrille und Wasserball hatten sie viel Spaß. Zufrieden aber etwas erschöpft fing unser Urlaub an. Wir verbrachten wunderschöne und intensive Tage in Piansano. Wenn wir am Haus waren verbrachten wir die Zeit im Pool oder haben Stadt Land Fluss, MauMau und UNO gespielt.

Viel Zeit verbrachten wir am Bolsena See, der ca. 10 Minuten mit dem Auto vom Haus entfernt ist. Am Strand der teilweise dunklen Vulkansand hat, sind Hunde erlaubt. An einem Tag haben wir uns ein Motorboot ausgeliehen, ein Bootsführerschein ist dafür nicht erforderlich, und auch der Hund durfte mit aufs Boot. An einem anderen Tag sind wir an der Promenade spazieren gegangen und haben richtig leckeres Eis gegessen. Was ganz entgegen unserer Erwartungen total günstig war. Viel günstiger als in Deutschland. Ebenso waren wir über die Benzinkosten überrascht. Es gibt Selbstbedienungstankstellen. Man bezahlt an der Zapfsäule die ähnlich einem Geldautomaten ist und tankt dann. Die Benzinpreise waren zum größten Teil günstiger als in Deutschland. Zum Einkaufen sind wir nach Capodimonte, Canoni oder Tuscania gefahren. Hier gibt es mit Discounter oder Supermarkt vergleichbare Geschäfte.

In Piansano gibt es meist einen – wir würden in Deutschland „Tante Emma“ Laden dazu sagen. Die Ortschaften sind alle nicht weit entfernt von Piansano. Was man nur zum Einkaufen wissen sollte, an der Fleischtheke z.B. muss man eine Nummer ziehen um bedient zu werden. Wir haben bestimmt 20 Minuten angestanden, bis wir bemerkt haben, wie das ganze abläuft.

Der Ort Tuscania ist zum unserem Favoriten geworden. Wir waren täglich dort. Der Altstadt Flair, Kopfsteinpflaster und Menschen die draußen sitzen, reden, essen und musizieren. Wir waren dort zum Pizzaessen. Natürlich schmeckt die Pizza in Italien anders, aber lecker und man sollte wissen, wenn man sich eine Schinkenpizza bestellt, erhält man Rohschinken und keinen Kochschinken. Auch die Salami ist etwas schärfer im Geschmack. Wir haben uns die Kirchen angeschaut. Das aller schönsten daran war, dass die Kinder begeistert waren und immer mehr sehen wollten. Damit hätten wir gar nicht gerechnet. Eher mit „wie lange müssen wir noch laufen“ oder „ist das langweilig“. Am Abend haben wir uns zusammengesetzt und unsere Reiseführer gewälzt um zu gucken, was wir uns in den nächsten Tagen noch anschauen könnten.

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Pisa

Wir sind in Pisa angefangen um uns den Schiefen Turm anzusehen. Dabei haben wir erste Bekanntschaften mit den Parkvorschriften gemacht. Weiß bedeutet kostenfreie Parkplätze, gelb sind reservierte Parkplätze und blaue Markierungen bedeuten gebührenpflichtige Parkplätze. Dann standen wir vor der nächsten Herausforderung… einen Parkschein ziehen. Nachdem wir Geld eingeworfen hatten kam aber das Ticket nicht und wir konnten uns nicht erklären warum. Wir sprechen kein italienisch. Mit der Hand und Fuß Verständigung halfen uns wirklich freundliche Passanten. Was wir nicht gemacht hatten, aber notwendig ist das AUTOKENNZEICHEN einzugeben. Guck da, alle Daten eingegeben und das Ticket kam. Der Turm konnte nun kommen. Wir haben noch lecker in einem kleinen Restaurant gegessen. Und obwohl uns immer gesagt wurde, es sei ein Problem einen Hund mitzuführen, war unser kleiner Jackie nie ein Problem. Er durfte überall mit, sogar ins Restaurant. Die Italiener sind sehr tierfreundlich und überall gab es Wasser für Hunde.

Auf nach Rom

Weiter waren wir für einen ganzen Tag in Rom. Wir haben den Petersplatz mit dem Dom gesehen, die Engelsburg. Am Petersdom herrschen strenge Sicherheitsvorschriften und bis man im Dom ist, muss man durch einige Kontrollen. Frauen müssen Schultern und Knie bedeckt haben. Wir waren am Coloseum und der Piazza Nova mit dem Vierströmebrunnen – dem wohl schönsten Platz Roms. Auf dem Platz findet man Straßenmusiker, Maler und andere Straßenkünstler. Der Platz ist sehr lebendig mit vielen Cafés und Restaurants. Ein Platz zum Verweilen. Aber auch der berühmte Trevibrunnen durfte nicht fehlen, den wir mit einem großen Eis in der Hand bestaunt haben.

Auf dem Rückweg von Rom nach Piansano ist uns nachts ein Stachelschwein begegnet. Wir dachten zuerst, das kann doch nicht wirklich sein, aber Marco hat uns am nächsten Tag erzählt, dass es tatsächlich rund ums Haus welche gibt. Marco war jeden Tag am Haus um den Pool zu reinigen, die Hühner zu füttern und den Müll abzuholen. Er war immer ansprechbar um sich Tipps zu holen. Na gut, es gab also Stachelschweine.

Die wollten wir natürlich noch einmal sehen. Also haben wir uns spät abends auf Nachtwanderung begeben. Bewaffnet mit einem echten Jagdhund (unser Jackie) und Minitaschenlampen ging es los. Vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass Il Fiocchino mitten in Feldern gelegen ist. Der Wind rauschte durch die Bäume und man konnte wirklich nichts sehen. Es war unheimlich. Wir liefen und die Spannung stieg bei jedem Geräusch. Auf einmal blieb unser Hund stehen, total angespannt und regte sich nicht mehr, alle waren total aufgeregt. Plötzlich stand es vor uns. Aus dem Nichts. Ein schneeweißes Pferd. Wir haben uns alle so erschrocken, das wir aufschreien mussten.

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Nachher haben wir noch viel über unsere Begegnung mit dem Geisterpferd gelacht. Neben Stachelschwein, Pferd, Schafe gab es rund ums Haus noch mehr Tiere. Z.B. hatten wir Besuch von einem jungen Kuhreiher, der seinen Durst am Pool stillen wollte. Eine etwas größere Spinne hat sich auch ins Wasser verirrt und ein Skorpion wollte sich mal unser Badezimmer ansehen. Eine wunderschöne Eidechse hat uns jeden Morgen von der Einfahrtsmauer begrüßt. Am Abend konnten wir Fledermäuse beobachten und Nachtfalter. Außer Rom und Pisa haben wir auch die Civita di Bagnoregio, „die sterbende Stadt“ gesehen. Die Stadt ist nur über eine schmale Brücke zu erreichen, die zu Fuß, zu überqueren ist. Wir waren in Monte Telegrafio Porto San Stefano. Eigentlich wollten die dort lebenden Flamingos sehen. Die haben wir nicht gefunden, dafür aber atemberaubende Ausblicke aufs Meer mit den Yachten und der Stadt. Die Insel ist nur durch teils sehr schmale und steile Serpentinen zu umrunden. Nachdem wir nun viele Sehenswürdigkeiten bewundert haben, wollten wir auch ans Meer. Marco empfahl uns zum Strand nach Marina di Pescia Romana zu fahren.

Sky am Strand

Mit POLIZEIESKORTE zum Strand

Es ist ein öffentlicher Strand der aber sehr sauber ist. Also gut vorbei an Wassermelonenfelder und Weinstöcken sind wir auf zum Strand. Als wir dort angekommen waren, sagte man uns auf dem Parkplatz es sei alles voll und wir könnten heute nicht zum Strand. Die Enttäuschung war natürlich riesengroß. Mit traurigen Kinderaugen wendeten wir und fuhren Richtung Hauptstraße. Da kam uns ein Carabinieri entgegen. Spontan haben wir ihn angehalten und mal wieder mit der Hand und Fuß Methode nach einem Strand gefragt. Er wollte, dass wir ihm folgte und er fuhr mit uns zu dem gleichen Parkplatz, wo wir vorher schon die Absage erhielten. Auch der Carabinieri hatte keinen Erfolg und teilte uns mit, was wir bereits wussten, alles voll. Aber er gab nicht so einfach auf wie wir. Er meinte wir sollten ihm erneut folgen und er eskortierte uns direkt zum Meer. Er zeigte uns, wo wir parken konnten und wünschte uns einen schönen Tag. Wir dachten, dass kann doch nicht sein. Mit POLIZEIESKORTE zum Strand. Das glaubt uns keiner. Die Kinder waren happy. Wir hatten zu Hause einen Picknickkorb gepackt und wir hatten eine Strandmuschel dabei. Was sich als sehr nützlich herausstellte, da es wie gesagt ein öffentlicher Strandabschnitt ist und es keine Toiletten, Snackbars, Sonnenschirme oder ähnliches gibt. Nur das Meer und den Strand. Bis auf ganz wenige Menschen mit Hund waren wir alleine am kilometerlangen sauberen Sandstrand. Wir bauten Sandburgen, sammelten Muscheln und gingen im Meer baden. Unser kleiner Hund konnte ohne Leine laufen und im Meer toben. Es war herrlich. So vergingen unsere Tage bei wirklich sehr schönem Wetter.

Auch wenn die Temperaturen auf teilweise 40 °C anstiegen, konnte man es gut aushalten, denn es wehte immer ein leichter Wind. Auch das Haus war so gebaut, dass man ohne Klimaanlage auskommen konnte, im Innern war es immer angenehm. Der Urlaub ging zu Ende und die Heimreise nahte.

Zurück sind wir auch durch die Schweiz gefahren. Es war mittags und alle hatten Hunger. Wir haben einen McDonalds gefunden und hielten an. Die Kleinen bestellten sich ein Happy Meal und unser Großer sowie mein Mann und ich nahmen einen Burger mit Pommes. Als wir bezahlten dachten wir, wir sind im falschen Film und baten den Kassierer alles in Euro umrechnen, da wir mit Euro bezahlen wollten. Aber der Preis war schon in Euro angegeben. Wir haben Sage und Schreibe für das Bisschen 52,00 Euro bezahlt. Das war das teuerste McDonalds Essen, was wir jemals eingenommen hatten. Der Anblick des Comer Sees hat uns dann wieder schnell entschädigt. Die Rückfahrt dauerte auch nur 17 Stunden. Wir haben bis heute einen sehr lieben Kontakt zu Sonya und Marco und werden ganz sicher noch einmal Ferien auf Il Fiocchino machen.

Unsere Haustiere

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